Staut sich die Lymphe im Gewebe, schwillt das betroffene Körperteil an. Patientinnen mit einem Lymphödem kennen das nur zu gut. Aber was hilft, wenn sich die Lymphe im Körper staut? Wir erklären, wie eine Lymphdrainage funktioniert - und mit welchen Übungen du selbst gegen den Stau im Gewebe arbeiten kannst.

Hitze, zu enge Kleidung oder zu langes Stehen kann für Ödem-Patientinnen sehr unangenehm werden. Denn der Lymphfluss gerät schnell ins Stocken und das Wasser sammelt sich im Gewebe. Ein Ödem kann beispielsweise erblich bedingt entstehen, aber auch durch eine Krebs-Operation, bei der ein Lymphknoten entfernt wurde. Wichtig ist, dass ein Ödem behandelt wird, damit es nicht voranschreitet. Bei einem Lymphödem hat sich die so genannte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie bewährt. Sie besteht aus verschiedenen Therapiesäulen. Eine besonders wichtige ist die Lymphdrainage.

Wie funktioniert eine Lymphdrainage?

Die feinen Lymphkanäle befinden sich nicht nur in Armen oder Oberschenkeln. Sondern auch im Gesicht, am Hals, in der Brust, im Bauch bis hinunter zu Knie und Füßen fließt die Lymphe. Die Lymphdrainage hat gleich zwei positive Effekte: Die Flüssigkeit kann dank der frei massierten Lymphknoten abfließen und zusätzlich werden die Lymphgefäße trainiert, wieder mehr Flüssigkeit abzutransportieren. Durchgeführt wird die Lymphdrainage mehrmals wöchentlich von einem geschulten Physiotherapeuten oder Masseur. Dabei wird die Haut nicht geknetet und gedrückt wie bei der klassischen Massage, sondern sanft ausgestrichen. Mit kreisenden Bewegungen wird die gestaute Flüssigkeit dann vorsichtig in die gesunden Bereiche verschoben. Dort transportiert sie das Lymphsystem ab.

Im Anschluss an die Manuelle Lymphdrainage ist es enorm wichtig, den entstauten Zustand mithilfe einer Kompressionsversorgung aufrecht zu erhalten.

Lymphdrainage für zu Hause

Einige Handgriffe kann der Therapeut seiner Patientin zusätzlich für zu Hause zeigen. Oder der Arzt verschreibt beispielsweise ein Gerät zur intermittierenden pneumatischen Kompression (etwa den Lympha-mat von Bösl). Dabei handelt es sich um ein medizinisches Gerät, das eine mechanische Lymphdrainage durchführt. Dazu werden spezielle Manschetten um Arme, Oberkörper oder die Beine gelegt und zu einem für dich angenehmen Druck in einem festgelegten Behandlungszeitraum (zum Beispiel morgens und abends jeweils 20 Minuten) aufgepumpt. Der dabei erzeugte Druck entstaut das Gewebe und regt den Lymphfluss an.

Besonders wichtig ist es jedoch, selbst etwas für den gesunden Lymphfluss zu tun.

Heute schon was für den Lymphfluss getan?

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Welche Bewegungen regen die Lymphe an?

In den Waden hilft die „Muskelpumpe“ die Lymphe zu transportieren - zum Beispiel beim Treppensteigen. Falls gerade keine Treppe da ist, kann man auch auf der Stelle steppen: Also im Stehen abwechselnd von der Ferse auf den Fußballen kommen.

Im Stehen oder Sitzen kann man außerdem auf den Füßen schaukeln: das Gewicht kippt zunächst langsam nach hinten auf die Ferse und der Fußballen hebt ab, anschließend wieder nach vorne auf den Fußballen - dann hebt die Ferse ab.

Beim „seitlichen Beinheber“ wird im Stehen jedes Bein abwechselnd zur Seite angehoben. Kleine Wege durch die Wohnung kann man langsam „schreiten“: Dabei wird der Fuß bewusst aufgesetzt und abgerollt. Tiefes Atmen entspannt dabei und fördert zugleich den Abtransport der Lymphe.

Für den Lymphfluss der Arme und Oberkörper eignet sich das „Obstpflücken“: Aufrecht hinstellen und dann mehrmals langsam mit dem Arm nach oben greifen und die Hand dann wieder zum Oberkörper ziehen. Danach den Arm wechseln. Bewegungsmentorin Christina macht es vor:

Immer im Fluss bleiben

Die kurzen Übungen lassen sich zwischendurch schnell in den Alltag einbauen - zum Beispiel beim Zähneputzen. Nach einiger Zeit wirst du dir gar nicht mehr vorstellen können, bei Alltagstätigkeiten still zu stehen – und manchmal regen die Übungen auch zum Lachen an, wie unsere Bewegungsmentorin Christina in der curaflow-App zeigt.

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