Glückshormone beim Sport: Serotonin, Dopamin und Co

Wie Bewegung unser Befinden beeinflusst und die Hormonproduktion ankurbelt – dahinter verbergen sich regelrechte Glücksfabriken, Arzneischränke und Wellnessoasen des Körpers.

Wir alle wissen, dass Bewegung einen positiven Einfluss auf unseren Körper hat. Zahlreiche Studien belegen, dass ausreichende und vor allem regelmäßige körperliche Aktivität unseren lebenswichtigen 24-Stunden-Dienstleister „Herz“ stärkt. Sport mindert das Risiko von Erkrankungen unseres komplexen Herzkreislaufsystems, lässt unsere Muskulatur drahtig erscheinen und regt den Stoffwechsel an.

Wir beugen mit regelmäßiger Bewegung einem schmerzenden Rücken vor, sorgen dafür, dass wir nicht „aus der Form gehen“ und dass der Fettanteil in unserem Körper ein gesundes Maß hat. Doch Bewegung leistet noch viel mehr. Was Sport mit unserem Körper macht, ist wirklich verblüffend.

Bewegung aktiviert die Glücksfabrik des Körpers

Wenn wir in unserer Freizeit joggen, beim Radfahren schwitzen, Yoga machen oder uns beim Zumba tanzend verausgaben, aktivieren wir ganz gezielt viele unserer insgesamt rund 650 Muskeln, die oftmals während des übrigen Tages weniger beansprucht werden. Das ist wichtig, weil die Muskelaktivierung etwas ganz Geniales in unserem Körper ankurbelt: Sie setzt nämlich die Produktion von Hormonen frei. Das wiederum beeinflusst ganz ausschlaggebend unser vegetatives Nervensystem. Doch was bedeutet das genau für uns? Was sind eigentlich diese Hormone, Botenstoffe und Neurotransmitter, die wir nicht sehen oder anfassen können und die nach einem hochkomplexen System unsere Gefühle beeinflussen?

Die wichtigsten Hormone, die bei Bewegung ausgeschüttet werden

Was unser Körper an Hormonen produziert und in verschiedenen Bewegungssituationen ausschüttet, ist schier unzählbar und bis heute noch nicht vollständig von der Medizin erforscht. Sind wir sportlich aktiv, produziert der menschliche Körper – ein Meisterwerk der Natur – vermehrt Hormone, die Mediziner unter anderem auch als Neurotransmitter bezeichnen. Drei dieser fleißigen und hilfreichen chemischen Substanzen werden hauptsächlich beim Sport und bei intensiver körperlicher Bewegung im Gehirn ausgeschüttet:

1. „Glücksbärchen“ Dopamin

Dopamin ist die biochemische Vorstufe von Noradrenalin und Adrenalin. Es gilt als der Motivator unseres Körpers, treibt uns an, regelt unsere Koordination und es bestimmt, wann wir Appetit haben. Dopamin ist vor allem der Glücksbote und damit zuständig für unsere Vorfreude auf etwas Schönes. Stress und Routine sind Staatsfeind Nummer 1 der Dopaminproduktion – Aktivität und regelmäßige Bewegung allerdings sind seine große Liebe.

2. „Arzneischrank“ Endorphine

Sie sind das körpereigene Schmerzmittel. Ärzte und Mediziner bezeichnen Endorphine als selbst hergestelltes Morphin. Endorphine docken an die Opiatrezeptoren unseres zentralen Nervensystems an und besitzen daher eine schmerzstillende Wirkung. Diese Funktion unterstützt unseren Körper vor allem bei lang andauernder und intensiver sportlicher Betätigung. Obendrein beeinflussen sie, ähnlich wie Dopamin, unseren Hunger, unsere Stimmung und die Produktion der männlichen und weiblichen Sexualhormone. Sport und Bewegung führen dazu, dass unser Nervensystem diese Endorphine ausschüttet. Die Folge: Wir fühlen uns gut, wenn wir uns bewegen.

3. „Wellnessoase“ Serotonin

Der Neurotransmitter Serotonin könnte auch als unser hauseigener Psychiater bezeichnet werden. Es stabilisiert unsere Psyche und sorgt dafür, dass wir Ruhe und Harmonie empfinden. Bewegung sorgt für ein regelrecht explosionsartiges Feuerwerk dieses Megahormons in unserem Körper. Mediziner haben sogar den Einfluss von Serotonin auf die Entstehung von Depressionen untersucht und festgestellt, dass regelmäßige Bewegung eine wirklich gute Therapie gegen miesepetrige Laune ist.

Unser Körper beschenkt uns mit einem langen Leben

Sind Sie nun genauso erstaunt wie wir, was da tief in unserem Körper vor sich geht, wenn wir uns nur aufraffen und uns regelmäßig bewegen? Wir werden doch mit ganz wunderbaren Geschenken belohnt, wenn wir unserem Körper das geben, wofür er geschaffen wurde.

Und zum Abschluss kommt das Beste: Sport lässt uns das Leben länger genießen! Yeah! Im Rahmen von Studien an älteren Menschen, die lebenslang Sport trieben und aktiv waren, wurde festgestellt, dass die Dopaminzellen ihres Nervensystems länger erhalten blieben. Das verleitet die Forscher zu der Annahme, dass ausreichende und regelmäßige Bewegung zu ein bis zwei mehr Lebensjahren führt. Und noch etwas: Bewegung sorgt dafür, dass wir deutlich langsamer altern, unser Gehirn auch mit 80 noch hochaktiv sein kann und wir aufgrund der vermehrten Hormonausschüttung einfach glücklich sind.